Welche Anfallsarten kommen beim Hund vor?

Beim Hund kommen zu etwa 80% generalisierte tonisch-klonische Anfälle vor, die auch als Grand mal-Anfälle bezeichnet werden und die primär wie sekundär generalisiert sein können.
Manche Hunde zeigen Stunden bis Tage vor diesen Anfällen eine leichte Wesensänderung, oft nur vom Besitzer zu erkennen. Der eigentliche Anfall kann schlagartig einsetzen, ohne dass dem Tier zuvor etwas anzumerken ist. Andere Hunde sind Minuten vor dem Anfall unruhig, ängstlich, suchen beim Besitzer Schutz oder verkriechen sich, einige können jaulen oder bellen, was nicht immer der Fall sein muߟ. Nach dem eigentlichen Anfall (Iktus) bleiben die meisten Tiere über einige Sekunden bis Minuten erschöpft liegen, stehen dann wacklig auf, wirken zunächst desorientiert und ruhelos. Sie versuchen sich zu reorientieren. Manche Hunde zeigen nach den Anfällen starken Hunger und/oder Durst. Der Hunger kann so ausgeprägt sein, dass Fremdkörper (Unverdauliches) aufgenommen werden. Das postiktale Stadium (Nachstadium) kann wenige Minuten aber auch einige Stunden dauern.

Die nächst häufigste Anfallsart beim Hund sind die generalisierten tonischen Anfälle. Sie kommen insbesondere beim Pudel und Teckel vor und können deutlich länger als die Grand mal-Anfälle dauern. Die übrigen Anfallsarten treten beim Hund weit seltener auf. Nicht immer läߟt sich das Anfallsgeschehen eindeutig einem Anfallstyp zuordnen (nicht klassifizierbare Anfälle).

Wie sehr gefährden epileptische Anfälle den Hund?

Einzelne generalisierte Anfälle führen nicht zum Tod. Bei Einzelanfällen treten kaum Nervenzellverluste auf. Sie können aber unbehandelt zu weiteren Anfällen führen, die Anfälle bahnen sich ein. Bei generalisierten Anfällen, die sich in so rascher Folge wiederholen, dass der Hund zwischen den Anfällen das Bewuߟtsein nicht wiedererlangt oder die länger als 20 Minuten dauern, liegt eine lebensbedrohliche Notfallsituation, ein Status epilepticus vor, der einer sehr raschen tierärztlichen Intensivbehandlung bedarf. Beim länger dauernden Status epilepticus kann es zum massiven Nervenzelluntergang kommen, von dem sich die Tiere oft nicht erholen.